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Mein Kleiderschrank und mein PC. Eine Studie.

Der Sommer ist da. Das sagen nicht nur Kalender und Meteorologen, nein, das sagt auch mein Bauchgefühl. Und meine Unterarme, denn auf denen ist ein Sonnenbrand, aber darum geht´s jetzt nicht. Es geht um meinen Kleiderschrank. Eigentlich macht man das im Frühjahr, aber da ich bis in den hohen Sommer friere, sortiere ich Klamotten für die warme Jahreszeit immer erst recht spät aus. Das ist dann gewissermaßen mein Patch Day. Und wie jedes Jahr die gleiche Frage: Was kommt weg? Was lässt sich flicken? Tendenziell hebt man ja immer zu viel auf, zum Beispiel für die Gartenarbeit. Aber zwei Topfpflanzen auf dem Balkon rechtfertigen noch keine drei verschiedene Arbeitsgarnituren. Und so viele umziehende Freunde habe ich nicht, dass ich Klamotten fürs Wändestreichen aufheben müsste.
Ungelogen – so kann ich Stunden vor dem geöffneten Kleiderschrank verbringen.

Neulich fiel mir auf, dass ich ebenso stumpfsinnig in meinen PC starren kann. Was sich da immer alles ansammelt! Überall poppen Aktualisierungsnachrichten auf, jedes Programm schreit nach einem Update! Nach ein paar Wochen Nichtbeachten hat man ja fast schon ein schlechtes Gewissen. Und wie das mit dem schlechten Gewissen so ist, es stumpft ab. So ignoriere ich hartnäckig das alte Antiviren-Programm, das ich schon längst durch eine Freeware-Version ersetzt habe, während die vorinstallierte Demoversion nach wie vor penetrant zum Kauf auffordert. Irgendwo im Hintergrund zoffen sich außerdem zwei Programme, Ressourcenstreit, hab ich mir sagen lassen, drum hakt´s hin und wieder. Meinen Lautsprecher lass ich auch immer aus, weil sich im System-Tray die Werbung irgendeiner schlüpfrigen Webseite festgekrallt hat.

Aber da sind ja nicht nur die Klamotten – äh, Programme, die man nicht mehr braucht und einfach mal rauswerfen könnte, da sind unter Umständen auch ganz fundamentale Fehlermeldungen dabei. Mein PC zum Beispiel fährt hoch und dann hängt er sich ab einem gewissen Punkt auf, Error und geduldiges Blinken. Seither gehört bei mir neben dem Start-Knopf auch F1 (to continue …) zum täglichen Hochfahren, eine einzige flüssige Bewegung: Start-Knopf, F1, Outlook und Internet Explorer, was man eben an einem Arbeitstag so braucht, Word kann nie schaden, Net-Poker usw.

Und am Abend, so wie jeden Tag, schön brav die Schranktüren – äh, die ganzen Fenster schließen und den Hinweis ignorieren: Updates werden installiert, schalten Sie den Computer nicht aus.

Morgen ist ja auch noch ein Tag. Und irgendwann ist auch wieder Winter.

cu Nettie

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